Geburtsbericht 1

Ich hatte bis zur 35. Woche keinerlei ernsthafte Probleme in meiner Schwangerschaft. Ich war jedoch noch zu 80% am Arbeiten und hatte als Personalfachfrau mit Restrukturierungsarbeiten viel zu tun, was zum Teil auch belastend war, da immer einzelne Schicksale von Mitarbeitenden da waren.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag ging es mir plötzlich sehr schlecht. Morgens um 5 Uhr konnte ich nicht mehr liegen, sitzen oder sonst wie ruhig halten, da mir der ganze Brustbereich über den Rücken hin stark schmerzte. Es war mir in jeder Lage sehr unwohl. Ich dachte anfangs noch, dass ich mich am Tag zuvor vielleicht bei Gartenarbeiten übernommen habe. Als ich dann auch noch mit Erbrechen begann, wusste ich, etwas stimmt hier
nicht, mir war es noch nie zuvor so "hundselend".

Da es Sonntagmorgen sehr früh war, habe ich in mein Geburtsspital angerufen, um zu Fragen, was ich machen kann. Ich wurde aufgeboten sofort ins Spital zu kommen. Um 6.30 Uhr traf ich dort ein, dann ging alles recht schnell. Meine Blutdruckwerte lagen bei 178/100 mm Hg und ich musste andauernd erbrechen.

Auf einmal hiess es, dass die Ambulanz komme und ich in die Frauenklinik verlegt werde. Ich verstand die Welt nicht mehr und wusste nicht was mit mir geschieht. Ich hätte angeblich eine so genannte Schwangerschaftsvergiftung.

In der Frauenklinik wurde nebst der Blutkontrolle noch ein Ultraschall gemacht und mitgeteilt, dass eine Wachstumsretardierung vorliegt d.h. unser Kind mindestens 3 Wochen Rückstand hatte (Mangelerscheinung). Wir sollten uns darauf gefasst machen, dass unsere Kind bis zu Weihnachten resp. bis zum eigentlichen Geburtstermin eventuell im Spital bleiben muss.
Mir war es so elend, dass ich eh nichts begriff und mir dies im Moment auch egal war. Wir hatten uns noch nicht einmal auf den Namen geeinigt und das Kinderzimmer war gerade mal gestrichen aber keinerlei Möbel, Windeln etc. waren vorhanden, ausgenommen ein paar Babykleider, die wir erhalten hatten.

Am 22.11.1998, um 11.02 Uhr kam unsere Tochter Jana zur Welt, mit 1540 g und 42 cm lang, Apgar Werte 1,8,8. Jana war eine Woche in der Isolette und konnte aufgrund ihres ansonsten guten gesundheitlichen Zustandes bereits nach 14 Tagen mit 1'800 g nach Hause kommen.

Meine Diagnose war beginnende schwere Präeklampsie mit Plazenta-Insufizienz, Hellp-Syndrom (Leberwerte GOT 267U/I, GPT 305 U/L) und +++ Proteinurie.

Ich hatte bis auf die Proteinurie keinerlei Vorzeichen ausser, dass ich lediglich 6 kg gesammthaft an Körpergewicht zugenommen habe, was ich zuvor beim Arzt schon mal hinterfragt habe, er aber nicht weiters darauf eingegangen ist.

Unsere Jana kommt jetzt in die 2. Klasse und ist soweit ein gesundes munteres Kind, der man die Mangelgeburt in keiner Weise mehr ansieht.

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Geburtsbericht 2

Meine erste Schwangerschaft lief folgendermassen: Ca. Ende Januar 2002 sollte unser erstes Kind zu Welt kommen.

Weihnachten und Neujahr verlief ganz normal. Am 2. Januar ca. 22.30 wachte ich mit Bauchschmerzen auf. Da dachte ich mir ok, dann fängt das ganze jetzt an. Ich liess meinen Mann noch schlafen und nahm ein heisses Bad. Es konnte ja sein, dass es „falsche“ Wehen waren und wieder verschwinden nach dem heissen Bad, so hiess es zumindest!! In der Badewanne war es mir aber nicht bequem und so verliess ich diese recht schnell wieder und die Wehen waren immer noch da. Mir wurde übel und ich musste mich übergeben. Eigentlich war mir nun überhaupt nicht mehr wohl. Ich konnte weder liegen noch sitzen, das Beste war für mich in der Wohnung rumzulaufen. Ich glaube es war ca. 23.30 als ich dann doch meinen Mann weckte und sagte dass es wohl so weit sei. Ganz benommen hörte er erst einmal wie es mir ging und telefonierte dann ins Spital. Dieser Ping-Pong-Wortwechsel am Telefon dauerte nicht lange und man sagte uns dass wir doch ins Spital fahren sollen. Das war so ziemlich die längste Fahrt die wir hatten. Im Spital angekommen stellte man ziemlich schnell fest, dass irgendetwas nicht stimmte und nahm mir Blut ab.

Meine Gynäkologin war inzwischen eingetroffen und nach der Blutdruckmessung (über. 200 / ??) wartete sie nicht einmal mehr den Bluttest ab und entschloss einen Notkaiserschnitt einzuleiten. Es war der 3. Januar 2002 3.14 Uhr als unsere Tochter Sabrina zur Welt kam (2'140 g und 47cm).

Ich erwachte ca. 2 Wochen später aus dem Koma. Erinnern konnte ich mich noch an die Ankunft im Spital und dass ich meine Gynäkologin gesehen hatte, der Rest war gelöscht. Ich musste dann nochmals unter das Messer, da ich starke Blutungen hatte und niemand wusste woher das kam. Ich hatte solche Angst vor dieser OP. Die Ärzte liessen mich dann einen Tag länger „schlafen“, da ich vor lauter Nervosität die Nacht nicht geschlafen hatte.

Mein Erinnerungsvermögen hielt sich in Grenzen und ich war zudem noch linksseitig Gelähmt.

Im Spital erfuhr ich dann Stückchenweise was passiert war. Bei meiner Ankunft im Spital hatte ich bereits einen Blutdruck von über 200 und Hirnblutungen hatten sich gebildet, das war auch der Grund warum mir so übel war und die „Wehen“ waren gar keine Wehen sondern die typischen Oberbauchschmerzen die man hat wenn man an der Schwangerschaftsvergiftung leidet.

Der Kaiserschnitt verlief dementsprechend. Normalerweise erholt sich der Körper nach dem Kaiserschnitt wieder, nicht so bei mir. Man sagte mir, dass die Lunge, Leber und Nieren ihren Dienst nicht mehr taten und ich dementsprechend behandelt werden musste. Die Ärzte taten alles was in ihrer Macht lag, konnten aber meinem Mann und meiner Familie nicht sagen wie das ganze ausgehen würde. Es könnte sein, dass ich das ganze nicht überleben würde, oder wenn ja mit was für Folgen (physisch und psychisch) man zu rechnen hätte.

Mein Erwachen war demzufolge für alle ein kleines Wunder!!

Die linke Seite war noch durch die Hirnblutungen gelähmt. Ich musste also Physiotherapie machen. Durch die ganze Lähmungsgeschichte konnte ich die Kleine nicht stillen was mich sehr mitgenommen hat. Erstaunlicherweise (auch für die Ärzte) erholte ich mich innerhalb 2 Wochen physisch so gut, dass ich wieder nach Hause gehen durfte, zwar noch mit einigen Handycaps aber ich wollte unbedingt nach Hause mit meiner neuen kleinen Familie.

Am Anfang war es ein rechter Kampf aber mein Mann war und ist einfach spitze. Er half mir wo er nur konnte und wir redeten viel über das Geschehene. Ich wollte immer wieder wissen was genau passiert war. Auch von meiner Familie hatte ich jegliche Unterstützung und alle waren immer für mich/uns da!!

Nach ca. 3 Monaten hatte ich dann ein „Abschlussgespräch“ mit meiner behandelnder Ärztin. Sie teilte mir mit, dass bei mir ein Hellp eingetreten sei mit einem Multiorganversagen. Das käme ca. 1 Mal im Jahr in der ganzen Schweiz vor. Toll!!!

Inzwischen ist es 2006 und unsere Sabrina hat im 2005 einen Bruder erhalten!!!!

Wir sind alle Glücklich und Zufrieden dass alles so gut ausgegangen ist. Ich kriege manchmal jetzt noch eine Gänsehaut wenn ich mich daran erinnere.

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Geburtsbericht 3

Bis zur 37. Woche hatte ich eine Traumschwangerschaft und circa 15 Kilogramm zugenommen, welche man allerdings kaum bemerkte, da meine Beine voller Wasser waren; und dies schon im September. Der errechnete Termin wäre der 24. Dezember 1998 gewesen; die letzte Kontrolle bei der Gynäkologin fand am 1. Dez. statt, wobei sie meinte, ich solle wacker rotes und grünes Gemüse essen und mich direkt beim Spital melden, falls ich Beschwerden haben würde oder wenn es „soweit“ sei.
In der Nacht auf 6. Dez. erwachte ich, litt an starken Oberbauchschmerzen und unter Atemnot. Da es ja meine erste Schwangerschaft war und ich mir Wehen bis dahin nicht richtig hatte vorstellen können, dachte ich mir, das Baby „gingge“ mir in die Rippen. Ich sollte die kommende Woche noch voll arbeiten; so war das besprochen mit meinem Chef, vorausgesetzt dass gesundheitlich weiterhin alles in Ordnung wäre. Tagsüber hatte ich ja keine Probleme; abends schlief ich jeweils todmüde ein und wurde immer wieder durch die Oberbauchschmerzen geweckt, welche mich wahnsinnig plagten. Am anderen Morgen sagte ich mir, Du bist schwanger und nicht krank... Gegen Ende der Woche wurden meine Schmerzen intensiver; ich war nur noch am Kotzen und konnte nicht mal mehr Tee oder Wasser bei mir behalten.

Am Mittwoch war noch der letzte Abend unseres Geburtsvorbereitungskurses. Die Hebamme erkundigte sich wie immer nach unserem Befinden, und diesmal hatte ich auch mal etwas zu beklagen.Ihr Kommentar war natürlich gut gemeint: Du hattest bis anhin eine gute Schwangerschaft, und genau dies hatte ich mir ja auch eingeredet.

Am Samstag meinte mein Gatte, dass es so nicht mehr weitergehen könne und fuhr mich ins Spital. Beim Ultraschall stellte sich heraus, dass Jonas eine Fuss-Steisslage hatte und deshalb informierte uns der Chefarzt, dass er nach dem Mittagessen eine Sectio vornehmen werde. Wegen der OP wurde eine Blutprobe gebraucht und es stellte sich heraus, dass ich nur noch 24 000 Thrombozyten hatte (Idealfall ist 150 000 oder mehr). Als der Gynäkologe erklärte, was passiert ist, verstand ich etwas „im Sinne“ einer Schwangerschaftsvergiftung. (Richtig erklärt hat ers mir auf mein Ersuchen, nach einigen Monaten). Auf jeden Fall eilte es plötzlich, der Heli sei schon bestellt und wir mussten sofort nach St. Gallen. Wir wären da am richtigen Ort, falls das Baby Komplikationen hätte, und für mich wären dort auch genug Blutplättchen vorrätig. Es kam dann auch genau so heraus: Jonas hat nicht geatmet und kam auf die Neonatologie.Ich selber kam nach der Operation unter Voll- Narkose auf die Intensivstation; sie mussten mir im Nachhinein zwei Beutel Thromobozyten mehr verabreichen als berechnet. Diagnose: Hellp-Syndrom

Am zweiten Tag durfte ich unsern kleinen, 2630 g leichten und 45 cm langen Jonas zum ersten Mal in meine verkabelten Arme schliessen, nachdem ich ihn auf dem Polaroid betrachtet hatte.Nach dem dritten Tag wurden wir zusammen in ein Einzelzimmer verlegt und durften uns langsam kennenlernen. Die Ruhe und wenig Besuch liessen mich schnell genesen, so dass wir auf Weihnachten nach Hause durften. Das grösste Geschenk hatten wir ja erhalten....

Mittlerweilen haben wir zwei gesunde, aufgeweckte Jungs, welche uns viel Gfreuts bereiten. Noah kam zwei Jahre nach dem schrecklichen Erlebnis zur Welt, ohne Komplikationen. In der Schwangerschaft musste ich Aspirin und reichlich Magnesium einnehmen.

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Geburtsbericht 4

Es war im Juli 2005. Bis zur 25. Schwangerschaftswoche verlief alles unspektakulär. Ich nahm bis dahin „nur“ 3 kg zu und fühlte mich etwas müde und schlapp, aber das konnte auch am Umzug in die neue Wohnung liegen. Da gerade Hochsommer war, fühlten sich meine Beine etwas schwer an, so dass ich Stützstrümpfe trug.

Und dann plötzlich, in einer Nacht in der 25. Schwangerschaftswoche, erwachte ich durch starke Oberbauchschmerzen. Ein Bad mitten in der Nacht half nicht weiter, aber am nächsten Tag gingen die Schmerzen wieder so schnell weg wie sie gekommen waren. Nach einer telefonischen Konsultation mit meiner Frauenärztin hörte ich sofort mit Magnesium Tabletten auf und zwei Tage später auch mit allen Vitaminen, weil sie eine Unverträglichkeit vermutete. Ich durfte je nach Schmerzen Aspirin nehmen. Die Frauenärztin riet mir trotzdem, zum Allgemeinpraktiker zur Kontrolle zu gehen, weil das Ganze sicherlich nichts mit der Schwangerschaft zu tun haben konnte. Der Arzt nahm mir Urin ab und schickte mich zur Ultraschalluntersuchung wegen Gallenstein-Verdacht ins benachbarte Spital. Der Befund war negativ, und der Spitalarzt, das Hilfspersonal sowie mein Hausarzt erklärten, dass das Baby jetzt anfange zu wachsen und meine Organe sich nach oben schieben würden, was auch Schmerzen verursachen könnte. Sie dachten auch, dass ich mehr achten solle, was ich esse, aber ich konnte keinen Zusammenhang zwischen den eingenommenen Lebensmitteln und meinen Schmerzen, die unregelmässig nur nachts kamen, feststellen.
Wie auch immer, ich hatte das Gefühl, dass diese Schmerzen zur einer Schwangerschaft gehören und dass ich mich nicht beklagen sollte, wo es mir bis jetzt so gut ergangen war. So schluckte ich immer wieder mal Aspirin, ging arbeiten (was tagsüber gut ging) und schlief wegen Oberbauchschmerzen in der Nacht immer schlechter. Es kam mir nicht in den Sinn, mich noch einmal bei meinen Ärzten über meine unerklärlichen Schmerzen zu beklagen, weil ich ja „nur“ schwanger und nicht krank war. Und ich hatte das Gefühl, dass sie mir sowieso nicht weiter helfen konnten und mich nur vertrösten würden „dass es jetzt halt so ist“. Ende Juli 2005, anfangs 27. Schwangerschaftswoche, am Sonntag Abend, zwei Wochen nach den ersten Schmerzen, wurden diese plötzlich so stark, dass ich nicht mehr sitzen, stehen oder liegen konnte. Es wurde mir schlecht, ich musste erbrechen und die Schmerzen kamen in Schüben. Ich dachte, die Wehen haben eingesetzt und bat meinen Partner, mich ins benachbarte Spital zu bringen.

Sie nahmen mir sofort Blut ab, gaben mir Schmerzmittel und liessen mich dort die Nacht verbringen. Was für eine Erleichterung: eine Nacht ohne Schmerzen! Ich fühlte mich am nächsten Tag sehr wohl und dachte nach Hause gehen zu können. Man nahm mir erneut Blut ab und meinte kurz danach, dass ich nach Zürich ins Uni Spital verlegt werde. Die Ärztin erklärte, dass sie eine Schwangerschaftsvergiftung vermuteten, was nichts Gutes heissen würde. Das Kind müsste wahrscheinlich möglichst schnell per Kaiserschnitt rausgeholt werden und wir beide seien am besten in Zürich aufgehoben. Ich verstand die Welt nicht mehr; lag hilflos da, fühlte mich eigentlich wieder fit, musste aber erfahren, dass ich sehr schwer krank war.

Danach passierte alles ziemlich schnell. Eine Lungenreife für das Baby wurde mir verabreicht, der Krankenwagen fuhr vor und brachte mich ins Uni Spital. Dort wartete ein grosses Kommando von Ärzten und Schwestern auf mich. Die Schwangerschaftsvergiftung, bzw. HELLP-Syndrom, wurde bestätigt, meine Leberwerte stiegen rapid an und meine Thrombozytenwerte sanken in die Tiefe. Man durfte nicht mehr abwarten und bereitete die Vollnarkose und den Kaiserschnitt vor. Der zuständige Arzt bat um Unterschrift verschiedener Formulare und Bestätigungen, dass ich alles verstanden hätte, was sie mit mir vorhätten. Natürlich habe ich unterschrieben; bewusst war mir nur, dass mein Zustand kritisch war und dass es keine Garantie gab, ob ich aus der Vollnarkose wieder aufwachen würde, weil ich viel Blut verlieren könnte. Bevor sie mich in den Operationssaal brachten, gab ich meinem Partner mein mündliches Testament ab. Ich war mir echt nicht sicher, ob ich es schaffen würde. Ich dachte an mein Kind, das vielleicht ohne seine Mutter gross werden sollte und war unendlich traurig. Irgendwie habe ich mir eingeredet, dass es mein kleiner Junge schaffen würde. Aber an mir hatte ich solche Zweifel. Ich schaffte es nicht einmal, ein Kind bis zum Schwangerschaftsende auszutragen, wie sollte ich dann eine Operation überstehen?

Zum Glück überlebte ich die Operation, alles verlief bestens. Meine Werte haben sich ziemlich schnell erholt, aber man rechnete damit, dass sich das Blatt wenden könnte. 24 Stunden nach der Operation fühlte ich mich plötzlich sehr schwach und benommen. Meine Leberparameter stiegen an und die Thrombozytenwerte sanken erneut ab. Man verabreichte mir 2 FFP (gefrorenes Frischplazma) und 1 Thrombozytenkonzentrat, was meine Situation nach einigen Stunden deutlich verbesserte. Ab dann ging es aufwärts, aber ich blieb zehn Tage im Spital. Während dieser Zeit fiel mir den Kontakt zur Ausserwelt besonders schwer, weil ich selber das Geschehen zuerst verarbeiten musste. Mein Junge kam mit 33cm und 780g auf die Welt und musste direkt in die Neonatologie. Dort blieb er auch drei Monate, fast bis zum errechneten Geburtstermin. Es ging ihm gut, ausser dass er lange Zeit Sauerstoff benötigte. Ich erholte mich physisch schnell, verlor an Gewicht und freute mich unendlich über die Fortschritte meines Babys. So wie ich gedacht hatte, war mein Baby eine Kämpfernatur und überstand die Zeit im Spital ohne grosse Komplikationen.

Ich lebte in dieser Zeit wie in Trance und funktionierte einfach. Erst als mein Kind zu Hause war, stellte ich fest, wie mich das Ganze mitgenommen hatte. Ich hatte extreme Schuldgefühle meinem Kind gegenüber, weil ich ihm nicht die gleichen Startbedingungen bieten konnte, wie sie fast jedes Baby bekommt. Und auch das Gefühl der „Unfähigkeit“ wurde in mir stärker, weil ich es nicht einmal geschafft hatte, mein Kind wie jede „normale“ Mutter bis zur Ende der Schwangerschaft auszutragen. Die Anfangszeit zu Hause mit meinem Kind war für mich psychisch sehr belastend, aber ich konnte auf die Hilfe meines Partners zählen. Es hat einige Wochen gedauert bis ich das Gefühl hatte, „normal“ zu funktionieren und fähig zu sein „Mutter zu sein“. Das Stillen war damals für mich sehr wichtig und eine Art Bestätigung, dass ich nicht auf der ganze „Linie“ versagt hatte. Heute, 1 ½ Jahre später, geht es mir und dem Kleinen sehr gut. Ich hätte gern noch ein zweites Kind aber trage immer noch grosse Angst in mir. Ich weiss nicht, ob ich das Gleiche ein zweites Mal schaffen würde. Das Risiko, dass es noch einmal passiert, ist nicht gross, aber doch höher als sonst, weil ich das HELLP-Syndrom ziemlich früh bekam. Die nächste Schwangerschaft wäre somit eine „Risiko“ Schwangerschaft. Allerdings würde ich bei der zweiten Schwangerschaft auch anders reagieren und mich beim ersten Anzeichen von Schmerzen selber ins Perinatal-Zentrum überweisen und es diesmal besser wissen als andere. Dazu würde ich in der Schwangerschaft nicht mehr umziehen oder mir sonst etwas Grosses vornehmen und mich auch mehr ausruhen. Obwohl eine Schwangerschaft keine Krankheit ist (für die Krankenkassen schon, aber nicht für die Gesellschaft), heisst es für die Frau, dass sie sich in einem anderen Zustand befindet, indem sie, meiner Meinung nach, mehr auf sich und ihren Körper hören sollte und sich dementsprechend etwas mehr Ruhe und Pausen gönnen sollte als sonst. Falls es eine Fortsetzung dieser Geschichte geben sollte, wird sie hier an dieser Stelle zu einem späteren Zeitpunkt erscheinen :-))

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Geburtsbericht 5

Ich war in der 40 SSW als ich extrem starke Rückenschmerzen bekam. Als sie immer stärker wurden rief ich im Spital an, da ich dachte es seien vielleicht Wehen. Die Hebamme meinte ich solle vorbeikommen, dies wäre schon möglich. Eine halbe Stunde später waren wir dort und ich wurde an ein CTG gerät angeschlossen, welches ganz leichte Wehen zeigte. Der Muttermund war laut Hebamme auch noch zu und somit wurde ich mit Schmerzzäpfchen wieder nach Hause geschickt. Zuhause wurden die Schmerzen nicht besser, trotz Zäpfchen. Stehen, liegen, sitzen, alles war fast nicht mehr möglich. Also rief ich wieder an und wir gingen nochmals ins Spital. Dort wieder dasselbe wie vorher, fast keine Wehentätigkeit, Herzschlag super und Blutdruck auch ok. Die Hebamme bot mir an, ein stärkeres Schmerzmittel zu spritzen, aber dann müsste ich hier bleiben, meinte sie. Da ich die Schmerzen fast nicht mehr aushielt und es sowieso schon morgens um 3 war, entschied ich mich dort zu bleiben. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht dass ich das Krankenhaus nun über 2 Wochen nicht mehr verlassen würde.

Die Hebamme spritze mir das Schmerzmittel und mass nochmals den Blutdruck, welcher plötzlich ziemlich hoch war. Nach mehreren Messungen und dem Blutuntersuch kam dann der Arzt und meinte ich hätte eine Schwangerschaftsvergiftung und dass sie die Geburt einleiten würden. Mir war in dem Moment gar nicht bewusst wie es eigentlich um mich und das Kind stand, was hätte passieren können.

Kurze Zeit später kam der Arzt wieder und meinte es würde nun doch einen Kaiserschnitt geben, da die Gefahr zu gross sei, dass es plötzlich mir oder dem Baby schlecht ginge. Dann ging alles ziemlich schnell und kurze Zeit später war mein Levin kerngesund auf der Welt. Ich blieb noch zwei Tage auf der Intensiv zur Überwachung. Dort hörte ich auch das erste Mal den Begriff „HELLP Syndrom“.

Es ging dann so weiter dass ich fast eine Woche nicht aufstehen konnte, da ich so starke Medikamente bekam und es mir schon beim Aufsitzen schwindlig wurde. Ausserdem hatte ich auch Schmerzen in der Lebergegend. Ich bekam dann auch noch eine Bluttransfusion und als ich nach 10 Tagen eigentlich nach Hause wollte und auch durfte, wurde an dem Tag festgestellt dass ich ein riesiges Leberhämatom habe!! Nichts mit nach Hause gehen, sondern wieder runter auf die Intensiv, weil sie befürchteten dass das Hämatom platzen könnte. Ich war psychisch am Ende. Als sie auch noch meinten ich müsse ev. operieren an der Leber, der Chirurg käme noch zum Besprechen, hatte ich Todesangst!! Angst das alles nicht zu Überleben, nicht zu erleben wie mein Sohn aufwächst, nicht bei ihm sein zu können. Ihn und meinen Partner alleine zu lassen..

Gott sei dank gab es bald Entwarnung, dass es keine Operation geben würde und dass sie davon ausgehen dass sich das Hämatom selber zurückbildet und nicht platzt. Sie vermuteten dass das Hämatom sich schon bei der Geburt von meinem Sohn gebildet hätte und schon lange geplatzt wäre.

Nachdem ich dann auch noch Wasser von der Lunge absaugen musste (Entstanden durch den Druck des Leberhämatoms), durfte ich dann nach 17 langen Tagen endlich nach Hause! Mein Leberhämatom ist deutlich zurückgegangen und auch sonst geht es mir gesundheitlich wieder ganz gut!

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Geburtsbericht 6

Es passierte sehr plötzlich. Der Tag war extrem heiss und ich habe gedacht, dass mir vielleicht wegen der Hitze so übel war. Am Abend hatte ich viel erbrochen und während der Nacht schreckliche Rücken- und Oberbauchschmerzen. So schlimm, dass ich davon weinen musste. Aber ich realisierte gar nicht, dass diese Schmerzen einen Zusammenhang mit der Schwangerschaft hatten, da die Schmerzen in anderen Körperregionen auftraten.

Am folgenden Morgen ging es mir ein bisschen besser, aber am Nachmittag hatte ich Blut im Urin. Die Nieren hatten versagt, aber dass wusste ich Gott sei dank nicht. Ich ging deshalb zum Notfall in unser regionales Spital (16:00 Uhr). Doch hatte ich einen sehr hohen Blutdruck; 200/110. Ich hatte Protein in meinem Urin, meine Thrombozytenwerte (Blutplättchen) waren sehr tief, bloss 30‘000 mg/l – eine gesunde Person sollte ein Minimum von 150‘000 mg/l haben. Die Leberwerte waren extrem erhöht. Ein klassischer Fall von schwerstem HELLP Syndrom.

Unverzüglich wurde ich per Krankenwagen zum Universitäts-Spital Zürich transportiert, wo ich um 18:00 Uhr eintraf. Ein Kaiserschnitt wurde eingeleitet, sobald alle Voruntersuchungen gemacht worden waren. Bevor die Ärzte mit der Operation beginnen konnten, erklärten sie mir, dass sie sich nicht sicher waren, ob ich überleben würde. Um 20:00 Uhr war das Baby, 5 Wochen zu früh, geboren.
Ich blieb danach 5 Tage in 24-Stunden Observation auf der Geburtsstation, mein Zustand nach der Niederkunft verschlechterte sich. Man hat mir deshalb Bluttransfusionen gegeben. Ab dem dritten Tag ging es endlich aufwärts. Mein Baby lag während dieser Zeit in der Neonatologie, weil ich mich nicht darum kümmern könnte.

Danach war ich, mit meinem Baby, noch eine Woche auf der allgemeinen Abteilung, bevor ich das Spital verlassen dürfte. Als ich endlich nach Hause kam, besuchte mich eine Hebamme dreimal pro Woche, während eines ganzen Monats.
Dieses Wunderbaby ist heute gerade zwei Jahre alt, gesund und bekommt in einem halbes Jahr ein Geschwisterchen. Ich habe schon heute, im vierten Monat, jede zweite Woche Kontrollen und bin gewarnt dass ich es die drei letzten Monate extrem ruhig nehmen muss.

 

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